Travelstory: Angola durch die Augen von Pionier Hanneke
It’s not about the destination, it’s about the journey. Stell dir einen Schnellkochtopf vor. Wirf eine Gruppe eigensinniger Abenteurer hinein, jeder mit einer starken Geschichte und einer noch stärkeren Persönlichkeit. Steck sie in Zelte oder Hütten, lass sie zusammen kochen, abwaschen, schlafen, pinkeln, lachen, weinen und vor allem entdecken. Willkommen beim Pioneer-Team in Angola. Wie Speeddating, endlos unterwegs auf unbefestigten Straßen, als Belohnung gibt's lauwarmes Cuca am Lagerfeuer. Und Hühnchen. Sehr viel Hühnchen.
Die Northern Loop begann mit Bruno. 29, aber eine alte Seele mit beeindruckendem Wissen über Natur, Geschichte und Kultur. Viel mehr als ein Guide. Ein echter Geschichtenerzähler, ein Spiegel, eine Brücke nach Angola. Und ehrlich gesagt, er hat die Dinge nicht schöner geredet, als sie waren. Er sprach über die Stärke seines Landes, aber auch über die Verletzlichkeit der Bevölkerung, der Natur und der Zukunft. Nach und nach lernten wir uns besser kennen. Ruben, der sich als weißer Besucher in einem armen Dorf unwohl fühlte. Und Bruno, der vorsichtig fragte: „But, define poor – what does that mean to yóu?“ Bruno ist für immer ein Freund in unseren Herzen.
Die Sprachbarriere? Tja. Wir sprachen um pouco Portugiesisch, sie kaum Englisch. Trotzdem konnten wir uns verständigen. Auf dem Markt wurde mit Händen und Füßen verhandelt: Du fragst nach einer Tomate, du bekommst einen ganzen Eimer. Flip-Flops, Tücher, Gemüse – alles in großen Mengen und immer mit einem Lächeln. Muito obrigada.
Die 4x4s Rita, die „Gele Rups“ (Gelbe Raupe), ’t Beestje und die Boombox zogen uns durch Staub, Schlamm, Dünen und endlose Wege. Unterwegs lernten wir die Rauheit von Luanda kennen, schliefen zum überwältigenden White Noise der Calandula-Fälle, verabschiedeten uns früher von Michiel Attenborough, sahen die beeindruckenden Pedras Negras mit einem Häuptlingsstuhl, der fröhlich vor unserem Zelt geparkt war, mit Ton darauf. Kackend. Guten Morgen Ilse.
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Nächtliche Pangolin-Jagd, Fußballturnier in einem abgelegenen Dorf. Wieder kurz stoppen, Drohnenstopps für Misch und Mike hier und da, das lustige und sensible siamesische Kameraduo. Rasender Reporter/Fotograf Steef mit all den durchdringenden und lustigen Fragen. Wir teilten alles: von Feuchttüchern bis zu Lebensgeschichten. Ilses erfolgreiches Photoshop und ihr überstundenmachender Drucker, Annas wunderbare Ukulele- und Gesangskünste, die Motorrad-Afterparty, tanzend bis in die frühen Morgenstunden mit meiner Tochter Martha. Wiedererkennung in Gesprächen mit Heleen. Und Ton, singend mit Kopfhörern unterwegs und Kinder an der Hand, weit vor dem Rest.
Die Southern Loop brachte uns Harrickson mit seinem Essen und seinen geschmeidigen Tanzmoves. Die Angola Waves Boys mit einer Ladung Testosteron, die weite Namib-Wüste, Zelten im Red Canyon und tiefe Gespräche bei Sonnenuntergang, abgerundet mit einem ordentlichen Mittelfinger von Amber. Vom Pinkeln unter Leistungsdruck zum Namen-in-den-Sand-Schreiben. Surfen und durchgespült werden, (Reifen-)Spannung hier und da, Limbo-Tanzen, wunderschöne Reden von Wouter, Sjoerd und Anna, abgerundet mit Nacktschwimmen und einem dicken Kater.

Was bleibt hängen? Die Gastfreundschaft. Der Stolz. Die Kinder, die nach „bola bola“ riefen. Die Rauheit des Lebens und die fröhlichen Augen von Menschen, die wenig besitzen, aber viel ausstrahlen. So ein tolles Volk. Manchmal neugierig, manchmal abwartend. Vor allem enorm echt.
Es war intensiv, chaotisch, magisch, lehrreich, lustig und großartig. Zelten in der Wüste, Surfen, Wandern, Reden, Schweigen. Jeder seine/ihre Geschichte und der ganze Raum, um zu sein, wer du bist. Wir brachen mit einem Rucksack voller Erwartungen auf, wir kamen alle mit einem Herzen voller Geschichten zurück.
Enorm dankbar, dass ich dieses Abenteuer mit all diesen lieben Menschen erleben durfte, und ein dickes Shout-out an OG-Pionier Charles, mit dem alles begann 💛.